Der 10. IRONMAN! für Peggy in Kalmar

Unsere Peggy hat beim IRONMAN Kalmar einen tollen Wettkampf abgeliefert und beachtliches geleistet, denn es war bereits ihr 10. Ironman. Unglaublich! Hier der ausführliche Bericht von ihr:

„So, mein diesjähriger IM liegt nun auch schon wieder fast eine Woche hinter mir. Zeit, die Emotionen und das Erlebte einmal kurz zusammen zu fassen:
Vorab, ich habe noch nie ein so hartes Rennen gemacht, welches von Anfang bis Ende einfach nur anstrengend war.
Klar, ein Ironman ist kein Spaziergang…das ist mir schon klar! Aber im Vergleich zu den 9 (!) vorherigen Langdistanz-Rennen gab es hier keinen Moment der „Erholung“. In den anderen Rennen gab es immer eine (oder manchmal auch zwei) Disziplin, die sich leichter bewältigen ließ als die anderen.
In Kalmar war schon bei unserer Ankunft klar, dass es windig werden würde. Aber beim „Testschwimmen“ am Freitagmorgen waren die Wellen noch nicht so hoch wie Samstag und ich hätte nicht damit gerechnet, dass es sooo schlimm wird. Ich bin schon oft im freien Meer geschwommen und hatte auch schon sehr wellige Schwimmstrecken (z. B. in Florida, Australien), aber das was uns am Samstag erwartete, war schon heftig. Ich konnte die Wellenhöhe nicht messen, aber es sollen bis zu 2m hohe Wellen gewesen sein!
Somit musste ich von Anfang an mehr Kraft als geplant gegen die Wellen und für das Einhalten der richtigen Richtung aufwenden (mein gps sagte mir hinterher übrigens, dass ich 4,2km geschwommen wäre :-o). Allerdings konnte ich auch die Stimmung genießen und erkannte während der etwas ruhigeren Passage sowohl meine als auch Olis „Betreuer“ auf der Mauer sitzend und mich anfeuernd. Sie konnten mich gut erkennen, da ich wahrscheinlich als einzige keinen Neopren-Anzug anhatte…
Als es dann aufs Rad ging, wusste ich auch, dass es nicht leicht werden wird bei dem Wind. Aber erstens hatte ich gut trainiert und zweitens kann der Wind nix 🙂
Mit diesem optimistischen Vorsatz ging ich auf die Radstrecke, musste aber feststellen, dass der Wind in Schweden echt was drauf hat. Wenn er nicht von vorne kam, dann kam er von der Seite. Die Abschnitte, wo wir Rückenwind hatten, waren sehr überschaubar und meist viel zu kurz. Daher galt es auch hier von Anfang an mehr Kraft aufzubringen als vorher gedacht. Dafür lief es mit der Verpflegung relativ gut. Aus meinen Erfahrungen aus Kopenhagen hatte ich mir zwei Riegel klein geschnitten, eine Flasche mit konzentriertem Pulver gemacht und aß und trank regelmäßig. Vielleicht immer noch zu wenig, ich weiß es nicht.
Jedenfalls kostete mich das Radfahren sehr viel mehr Kraft als gedacht, was ich aber erst später auf der Laufstrecke merken sollte.
Einerseits froh, endlich vom Rad springen zu können, andererseits unsicher, was das Laufen noch bringen konnte, lief ich nach den gefühlt unendlich langen 180km endlich in die Wechselzone. Nach einem ausgiebigen Klo-Stopp ging es auf die Laufstrecke.
Eigentlich hatte ich beim Laufen im Vorfeld die wenigsten Bedenken und so lief ich auch erst mal munter drauf los. Das fiel in Anbetracht der vielen Zuschauer in Kalmar nicht schwer und so vergingen die ersten 5 Kilometer tatsächlich wie im Flug. Und wenn dann auch noch die Fans an der Strecke stehen, läuft man automatisch mit einem Dauergrinsen im Gesicht durch die Gegend. Das Grinsen hielt zwar an, aber das Tempo wurde deutlich langsamer. In Kalmar muss man drei Runden laufen und es gab kaum eine Stelle, an der keine Zuschauer standen und Stimmung machten. Aus dieser Sicht war das Laufen fast die schönste Disziplin, auch wenn ich in der zweiten Runde einfach nur noch ins Ziel wollte. Egal, welche Zeit und welche Platzierung…
Daher war ab jetzt „nur“ noch das Ziel, durchzulaufen und nur an den Verpflegungsstellen zum Trinken und Essen (es gab Chips, die ich irgendwann begeistert gegessen habe) kurz zu gehen. Aber da diese ca. alle 2km kamen vergingen die zweiten 21km recht schleppend.
Die letzten 5km verzichtete ich dann sogar darauf, an den Verpflegungsstellen was zu nehmen, damit es nicht noch länger dauerte…
Aber dieses unglaublich geniale Gefühl, endlich in den Zielkanal laufen zu können, das kann man kaum beschreiben. Das ist jedes Mal wieder einmalig und ich fürchte, ich werde es nächstes Jahr wieder erleben wollen!
Schließlich wartet Kona immer noch auf mich!!!

Ach ja, das wichtigste zum Schluss: Vielen Dank an Karla Kolumna alias Nicole, Nicki, Triene und Steffen für eure Unterstützung! Schön, dass ihr dabei gewesen seid…
Und natürlich auch an alle anderen, die vor dem Live-Ticker gesessen und mit gefiebert haben! Ich habe oft an euch gedacht…“

Einfach nur Klasse Peggy!!!